Kunst, Kultur und Kochlöffel

Eickener Str. 12, 41061 Mönchengladbach, Deutschland



Gerne schwingt Max Meyer den Kochlöffel und verwöhnt seine Mitmenschen und sich selbst mit leckeren Gerichten. Und das am liebsten in der neuen Küche im Waldhaus. Hier hat der 25-Jährige seinen Lieblingsplatz am Niederrhein gefunden. Der gemeinnützige Verein Waldhaus 12 e.V. ist seit 2011 in Mönchengladbach aktiv. Durch soziale, künstlerische und kulturpädagogische Projekte möchte das Team das kulturelle Leben bereichern – dabei reichen die Veranstaltungen von Wohnzimmerkonzerten über Kunstausstellungen und literarische Abende oder Kinderferienprogramm bis hin zum gemeinsamen Kochen.

Seit Anfang September 2017 ist Max Meyer 1. Vorsitzender des Vereins. Die Vorstandswahlen fanden zeitgleich mit dem Umzug zum sechsten Geburtstag des Vereins in ein neues Gebäude innerhalb von Mönchengladbach statt. Und genau dort, in der neuen Küche des Vereins, hält sich Max Meyer sehr gerne auf. „Es ist ein offenes Küchenkonzept zwischen Bar und Küche. Durch die Fensterfront habe ich den besten Ausblick auf das bunte Treiben auf der Straße draußen“, schildert der Mönchengladbacher. Der Verein befindet sich nun hinter dem Hauptbahnhof. „Ich koche ohnehin gern, und hier gemeinsam mit anderen oder für andere zu kochen, macht noch mehr Spaß. Gemeinsames Kochen und Essen verbindet. Durch die große Fensterfront kann jeder reinsehen. Jeder ist herzlich willkommen!“

Bring your own food and share it

Ein Schlüsselerlebnis für den Kulturpädagogik-Studenten war eine offene Tafel, bei der sich Menschen aus der Stadt und der Nachbarschaft getroffen haben, um zu reden, zu kochen und gemeinsam zu essen. „Jeder bringt etwas mit und teilt es mit den anderen, ein tolles Erlebnis!“, schwärmt Max Meyer. Die Tafel lässt sich auf- und abbauen. Das Netzwerk, das sich dabei bildet, ist prägend. Regelmäßig finden die „Bring your own food and share it“- Veranstaltungen im Ladenlokal im Mönchengladbacher Stadtteil Eicken statt. „Das Waldhaus hat das Potenzial zum Lieblingsplatz, weil man hier Menschen trifft, sowohl Einheimische als auch Zugezogene. Wir können unseren Stadtteil gemeinsam verschönern und die Stadtentwicklung optimieren.“

Das Waldhaus bietet jeden Tag neue Eindrücke. Mal findet ein Akustikkonzert statt, mal eine experimentelle Jam-Session. An manchen Tagen steigt den Besuchern ein deftiger Essensgeruch in die Nase, an anderen Tagen ein asiatischer oder indisch-scharfer Duft. Das Ladenlokal bietet im Veranstaltungsraum mit offener Küche eine gemütliche Sessellandschaft und Bar. Der Kicker lädt dabei zum Zocken ein. „Das Waldhaus ist wie ein öffentliches Wohnzimmer, in dem Freunde zusammenkommen. Hier stehen das Miteinander und das Wir-Gefühl im Fokus“, erklärt der 1. Vorsitzende, der nach dem Umzug und der Renovierung vor allen Dingen gespannt ist, wie das neue Ladenlokal bei den Besuchern ankommt. Jede Person ist herzlich eingeladen, Jung und Alt kennenzulernen, sich zu vernetzen und kreative Ideen für Mönchengladbach einzubringen.

Auch für andere Gruppen steht das Waldhaus zur Verfügung, verschiedene Kooperationspartner in Mönchengladbach nutzen das Ladenlokal. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) etwa tagt dort, oder die evangelische Stiftung Hephata kocht und veranstaltet Spieleabende sowie Konzerte von Studenten. Die Kulturparade „Critical Rave“ durch Mönchengladbach wurde vom Waldhaus initiiert, nun ist der Verein Teil des Netzwerks. „Diese Parade dient dem Erhalt von kulturellen Freiräumen. Wir möchten die kulturellen Projekte mit einem großen Netzwerk anstoßen“, erklärt Max Meyer.

Gründung des Vereins

Aus dem Forschungsprojekt „Sozialraum Waldhausener Straße“ von Prof. Dr. Mona-Sabine Meis an der Hochschule Niederrhein hat sich die Idee der Vereinsgründung entwickelt. Das Projekt suchte mit empirischer Sozialraumanalyse und Nachbarschaftsgesprächen Lösungen für die prekäre Lage der Menschen im Herzen Mönchengladbachs. Als Raum bot sich das Ladenlokal auf der Waldhausener Straße – das Waldhaus 12 – an. Hier haben Studierende aufgrund von Forschungsergebnissen kulturpädagogische Konzepte für das Quartier entwickelt und in die Praxis umgesetzt. Somit war der Startschuss für den Verein gesetzt, der Raum für Begegnungen mit Menschen, für den Austausch, für die Teilhabe und Selbstgestaltung des Lebensraumes sowie für kreative Aktionen schafft. „Durch den Margarethengarten bin ich auf das Waldhaus aufmerksam geworden“, blickt Max Meyer zurück. Der Garten war ein Projekt des Waldhauses, ein Interkultureller Gemeinschaftsgarten, der zum Verweilen, Pflanzen, Anbauen, Feiern und miteinander Reden einlädt. „Daraufhin habe ich immer häufiger das Ladenlokal zu verschiedenen Veranstaltungen wie Konzerten besucht und Freude daran gefunden. Seit 2015 bin ich aktives Mitglied.“

So hat Max Meyer seinen persönlichen Lieblingsplatz am Niederrhein gefunden. Hier wird er vermutlich noch viele Jahre zwischen Kunst und Kultur den Kochlöffel schwingen.

 

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