Sinfonie des Lichts im Märchenwald

Reichswald, 47574 Goch



„Wir leben hier am Niederrhein unseren Traum!“ Gibt es ein schöneres Kompliment für eine Region? Wohl kaum. Sibylle Merrettig ist 2003 nach Kranenburg-Mehr gezogen. Dort leitet sie mit ihrem Ehemann den Lindenhof, ein denkmalgeschütztes Gästehaus und Hofcafé. Geboren ist sie in Bottrop, gelebt hat sie mit ihrem Gatten in Düsseldorf-Oberkassel, wo ihr Partner bereits im Gastgewerbe tätig war. Als Neu-Niederrheinerin haben sie primär die Lichtverhältnisse in der Region fasziniert: „Gerne spaziere ich mit unseren beiden Hunden durch den Klever Reichswald. Wenn hier die Sonne durch die Bäume blitzt, erinnert es an einen Märchenwald. Speziell das Licht im Herbst um die aufwendig gesponnenen Spinnennetze gibt ein wunderschönes Bild ab. Dieser Märchenwald ist mein Lieblingsplatz in meiner neuen Heimat am Niederrhein.“

Der Klever Reichswald ist mit rund 51 Quadratkilometern Fläche das größte zusammenhängende Waldgebiet des Niederrheins. Als Tierliebhaberin und passionierte Reiterin fallen der 64-Jährigen bei den regelmäßigen Spaziergängen stets die Pferde auf den Koppeln ins Auge: „Wenn sie ihren Kopf hängen lassen, strahlen sie eine gewisse Ruhe aus. Ein sehr schönes Gefühl.“ Immer wieder bietet der Wald neue Wege und Abzweigungen an. Jeder Spaziergänger hört Vogelgezwitscher, sieht bunt bewachsene Wiesen mit vielseitiger Blütenpracht, ehrwürdige Bäume, darauf das eine oder andere Eichhörnchen. Jedes Mal ein neues Erlebnis. Doch das Gefühl bleibt: „Hier fühle ich mich geerdet, stehe fest auf beiden Beinen. Die ruhige Atmosphäre des Waldes gibt mir Kraft, hier finde ich zu mir selbst.“ Wer seine innere Mitte finden und zur Ruhe kommen möchte, der sollte dieses Naherholungsgebiet besuchen.

Zu Hause bei Freunden

Nach der Entscheidung für den Umzug aus der Großstadt an den ländlichen Niederrhein stand die Suche nach einer kleinen Gastronomie mit Hotel auf dem Programm. 2008 sind Sibylle Merrettig und ihr Partner auf den Lindenhof mit einem Hektar Fläche gestoßen, den sie umgebaut haben und seit 2010 betreiben. Hier können Besucher während ihres Urlaubs in einem der acht Zimmer oder in der nahe gelegenen Ferienwohnung mit zwei Zimmern direkt am Naturschutzgebiet Düffel übernachten. Das linksrheinische Niederungsgebiet liegt zwischen Kleve und dem niederländischen Nijmegen, es umfasst große Teile der alten Rheinniederung.

Der Lindenhof ist das ehemalige Anwesen von „Zeit“-Gartenkolumnist Jürgen Dahl, der 2001 verstorben ist. „Die Gärtnerin von Jürgen Dahl kümmert sich auch weiterhin um den Garten – mit einer Liegewiese und einem 200 Quadratmeter großen Schwimmteich. Sie pflegt ihn nach dem Vorbild Englischer Gärten, umgeben von einer ,Wildnis mit System‘.“

Zu Hause bei Freunden: dieses Gefühl vermittelt der Lindenhof mit seinem Flair. „Alle Eindrücke und Gefühle, die wir in unserer neuen Heimat erleben – von der bunten Blütenpracht über lokale Spezialitäten, das sympathische Miteinander bis hin zu dem Gefühl von Freiheit beim Blick über die weiten Felder – spiegeln sich in unserem Lindenhof wider und werden dadurch für Besucher erlebbar“, erklärt Sibylle Merrettig den Zusammenhang. Sei es in Form leckerer Rezepte und Köstlichkeiten oder aber durch Ideen für die Gestaltung des Gartens. Hierzu tragen auch die Gärten von Appeltern bei. „Dieser Komplex von Beispielgärten in der Nähe von Nijmegen inspiriert mich als Naturliebhaberin immer wieder aufs Neue. Hier halte ich mich gerne auf und sammle Ideen für unseren eigenen Garten.“

Faszination Grenznähe

Der Lindenhof liegt direkt an der Via Romana zwischen Kleve und Nijmegen und bietet somit eine gute Anbindung auch in die benachbarten Niederlande. Auch den Millinger Theetuin, ein verwunschener Garten im niederländischen Kekerdom, besucht Sibylle Merrettig häufig. Diese unmittelbare Grenznähe schätzt sie sehr am Niederrhein. Aber nicht nur das: „Die Region bietet eine wunderschöne Landschaft und eine befreiende Weite. Dennoch hat man immer Gebäude in Sichtweite. Auch große Metropolen sind schnell erreichbar. Der Niederrhein ist für mich einfach handlich: mitten in der Natur, aber nicht abgeschottet; separat, aber nicht verlassen“, fasst die ehemalige Bankkauffrau zusammen.

Sibylle Merrettig erlebt den Niederrhein mit allen Sinnen: Die Vielfalt des niederrheinischen Lichts fasziniert sie dabei immer wieder am meisten: „Die Sonnenauf- und -untergänge beeindrucken mich sehr. Besonders durch herbstliche Nebelschwaden wird das unverwechselbare Zusammenspiel der Lichter im Reichswald auf atemberaubende Weise unterstützt.“ Jeder, der diese Lichter-Sinfonie auch einmal erleben will, sollte sich in diesen Märchenwald begeben.

 

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