Wenn die Kaiserin der Instrumente erklingt…



…dann ist Wolfgang Hoppe genau in seinem Element. Der 76-Jährige spielt Orgel mit Leib und Seele. Für ihn ist sie die so titulierte „Königin der Instrumente“. Regelmäßig spielt er an insgesamt acht verschiedenen Orgeln in den Emmericher Kirchen und im Krankenhaus. Dabei hat er seine Favoritin unter den Königinnen längst auserkoren: „Allgemein ist die Orgel die Königin der Instrumente, aber in der St. Martini-Kirche steht die Kaiserin.“ Hier hat Wolfgang Hoppe seinen absoluten Lieblingsplatz am Niederrhein gefunden.

Für ihn ist es eine Glückseligkeit, die Orgel spielen zu dürfen. Auch die dreimanualige Orgel in der Kirche St. Aldegundis aus dem Jahr 1972 sowie die zweimanualige Orgel (1996) in der Heilig-Geist-Kirche zählen zu den größten und für Wolfgang Hoppe „schönsten Königinnen der Instrumente“. Doch auf den Thron der Kaiserin hat es nur die eine geschafft: „Ich habe den Bau und die Einweihung der Orgel in St. Martini vor mehr als 25 Jahren bereits miterlebt und als Journalist begleitet“, erinnert sich Wolfgang Hoppe zurück, der viele Jahre lang freiberuflich als Redakteur einer Emmericher Lokalzeitung tätig war.

Seit 1997 ist Emmerich die Heimat des gebürtigen Dinslakeners, der dem Niederrhein stets die Treue gehalten hat. Sowohl als Zuhörer als auch als Spieler genießt er die Klänge der Orgel, die er vor 15 Jahren das erste Mal spielen durfte. „Ich habe keine professionelle Orgel- oder Pianistenausbildung absolviert, sondern mir eigenes Wissen angeeignet und damit in den Gottesdiensten ausgeholfen. Ich habe bis heute noch großen Respekt vor dem Instrument. Nur Profis können die Orgel in vollem Umfang nutzen, zum Konzertieren reichen meine Kenntnisse nicht.“

Liebe zur Musik

Sein ganzes Leben begleitet Wolfgang Hoppe die Liebe zur Musik. Diese wurde ihm bereits durch seine Eltern und deren Vorliebe für Opern und Konzerte in die Wiege gelegt. Er besuchte den Kinder- und Männerchor und leitete nach seiner Zeit im Konservatorium 45 Jahre lang bis zu fünf Chöre gleichzeitig in Walsum, Voerde und Kleve. 1994 wurde er vom Fachverband der Berufs-Chorleiter zum „Chordirektor FdB“ ernannt. „Auf Wunsch des damaligen Pfarrers Wilhelm Bienemann, der die Heiligen Messen im Emmericher Ortsteil Praest sieben Jahre lang ohne Organisten durchführen musste, habe ich den Orgeldienst dort übernommen. In der Folge spielte ich ebenso an den Orgeln der Kirchen St. Antonius in Vrasselt und St. Johannes der Täufer in Dornick. Bis dato war ich allerdings nie als Organist tätig“, blickt Wolfgang Hoppe zurück.

Nach Jahren des Einarbeitens an diesen Orgeln bekam er zusätzlich eine Anfrage vom Emmericher Kantor Stefan Burs, verantwortlich für die Kirchenmusik in Emmerich und Ortsteilen. Seither vertritt Wolfgang Hoppe ihn an den Instrumenten der Emmericher Kirchen – inklusive an der Kaiserin der Instrumente – sowie an der Elektro-Orgel im Krankenhaus. „Ich spiele zu allen möglichen Anlässen, sowohl werktags als auch sonntags. Durchschnittlich begleite ich 25 Messen im Monat an allen acht Orgeln in meiner Heimatstadt.“

Unverwechselbare Klänge

Ganz allgemein ist Musik seine Leidenschaft. Aber nichts geht für Wolfgang Hoppe über die Klänge seiner Kaiserin. Wenn sie ertönen, fühlt er sich rundum wohl. „Für mich sind es die glücklichsten Momente des Lebens, dort Orgel zu spielen. Es ist ein Privileg und eine große Ehre für mich. Die Klangwelt ist einfach beeindruckend. Die Orgel sorgt dank einer sehr großen Holzvertäfelung für einen besonders warmen Klang“, schwärmt er. „Je älter ich werde, desto mehr Liebe entwickle ich zu der Gewalt der Musik. Es fühlt sich an, als würde die Musik in einem großen Strom münden.“

Nicht nur unmittelbar am Instrument, sondern auch in der Umgebung fühlt er sich wohl: „Die St. Martini-Kirche ist mit ihrer attraktiven Lage direkt an der Rheinpromenade sehr einladend. Sie verfügt zudem über die bedeutendste Schatzkammer Deutschlands“, schwärmt er. Der größte Schatz für den Rentner bleibt jedoch die Musik.

Als Attraktion für Besucher des Gotteshauses wurde – passend zur Nähe des Rheines – in den Orgelprospekt eine mittelalterliche Kogge, ein Segelschiffstyp der Hanse, installiert. Zum dumpfen Ton eines Nebelhorns kann das gut sichtbare Schiff in Bewegung gesetzt und aus der Frontseite des Instrumentes herausgefahren werden. Wer sich dieses Spiel einmal ansehen und dabei den Klang der Orgel genießen möchte, der kann dies während zahlreicher Gottesdienste tun.

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